Ackermanns Liquiditätsvernichtungsplan

Der stolze Herr der Deutschen Bank, zu stolz, um die staatlichen Hilfen anzunehmen, an deren Gestaltung er selbst intensiv beratend Anteil hatte, ist vor seine nächsten Mitarbeiter getreten und hat ihnen erklärt, die Bank müsse ihr Kreditvolumen um 30 bis 40 Prozent einschränken.

Ein guter alter Bekannter, Alexander Czerny, hat sich daraufhin wieder einmal bei mir gemeldet und folgendes geschrieben:
Lieber Herr Kreutzer,folgende Zeilen werden Ihnen nichts Neues verraten. Ich wollte nur kurz darauf aufmerksam machen, dass die Deutsche Bank ein schweres Deflationsprogramm angedroht hat.Untenstehenden Text habe ich an ein paar befreundete Journalisten geschickt. Vielleicht hilft's ja was... und vielleicht können Sie genau da einhaken, wo ich aufgehört habe, weiterzudenken.Vielen Dank fuer die scharfen Paukenschläge. Bleiben sie weiterhin in Hochform. Wir brauchen Sie!!Liebe Gruesse!Alex Czerny

und diesem persönlichen Anschreiben folgten dann diese hochgradig alarmierenden Überlegungen;

Soeben las ich die Meldung in der FAZ, dass Ackermann das Kreditvolumen seines Institutes um 30-40% verringern will.Den ökonomischen Sprengstoff, der in dieser unscheinbaren Meldung verborgen ist, können sich nur Wenige ausmalen. Dabei sollten wir dieselbe Strategie dieser Bank und deren Auswirkungen schon aus den Jahren 2000-2005 kennen
* Massenhafte Kündigung von laufenden Krediten an kleine und mittlere Unternehmen mit nachfolgender, steil ansteigender Pleitewelle im KMU-Sektor und bei privaten Kleinschuldnern.
Bilanztechnisch macht die Verringerung des Kreditvolumens wenig Sinn. Der Schaden fuer die deutsche Binnenwirtschaft jedoch wäre immens.
Das weiß die Deutsche Bank. Kreditvergabe ist ja schliesslich Geldschöpfung.

Was verspricht sich Ackermann davon, wenn er der Binnenwirtschaft den Geldhahn zudreht?

Wir brauchen nur auf die Effekte der Jahre 2000 bis 2005 schauen, um zu erahnen, welche Strategie die Bank wieder einmal verfolgt:

1. Verdrängungswettbewerb im Bankenmarkt Die Verringerung der Kreditvergabe führt durch verringerte Kredit-Geld-Schöpfung sofort zu ausbleibenden Investitionen, zu Geldmangel im Binnenmarkt und steigert zeitnah Kreditausfälle bei Konkurrenzbanken durch Insolvenzen bei den Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).Das Volumen der Deutschen Bank ist so groß, dass, wenn Ackermann seine Drohung wahr macht, die immensen deflatorischen Effekte auf die Binnennachfrage weit mehr als "nur statistisch messbare Größen" sein werden.

2. Verdrängung der KMU aus dem Binnenmarkt zugunsten der Großunternehmen.Die wichtigsten Kunden der Deutschen Bank sind Großunternehmen, die schon immer danach strebten, die 3 Millionen Mittelstandsunternehmer aus dem Markt zu drängen. Die künstliche Herbeiführung einer gigantischen Pleitewelle bei den KMU durch Verringerung des Kreditvolumens liegt also durchaus im Interesse gewisser Kunden der Großbanken.Doch was hat die Deutsche Bank davon?

3. Exportprofite durch LohndruckAngesichts der derzeit einbrechenden Exportprofite wird die Bank das Spiel der Jahre 2000 bis 2005 mit Erfolg wiederholen:Unerwünschte Lohnsteigerungen bei den exportierenden Grossunternehmen wurden ab dem Jahr 2000 erfolgreich verhindert, indem die Großbanken die Geldversorgung des Binnenmarktes drastisch einschränkten – eben durch Verringerung des Kreditvolumens. Die überall spürbare Unterversorgung des deutschen Binnenmarktes mit Liquidität führte schließlich zu steigender Massenarbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen. Und sinkende Löhne bedeuten automatisch steigende Profite bei den exportierenden Großunternehmen. Darf man an dieser Stelle den Verdacht aussprechen, dass die Hausbanken der Exportkonzerne, die großen Investmentbanken (und vor allem die Deutsche Bank) hier ein wenig nachhelfen, den allseits spürbaren Liquiditätsmangel im Binnenmarkt abermals zu verschärfen?

4. Kurssteigerungen am AktienmarktDie Aussicht auf steigende Exportprofite der (DAX-30-) Unternehmen fuehrt tendenziell zu steigenden Notierungen am Wertpapiermarkt und damit direkt zu steigenden Profiten der Investmentbank.Hiermit schliesst sich der Kreis. Ackermanns angedrohte Reduzierung des Kreditvolumens ist gleich in vierfacher Hinsicht gewinnversprechend – und das Kalkül wird aufgehen, wenn niemand Ackermanns Plänen Einhalt gebietet. Die hier angesprochenen 4 Punkte sind keine aus der Luft gegriffenen Prophezeiungen; es waren schlichtweg die Resultate der Jahre ab 2000 bis in die jüngste Gegenwart.Das soll sich nun wiederholen. Eine von mir bei Egon W. Kreutzer erschienene Analyse http://egon-w-kreutzer.de/Geld/Gastbeitrag%20Czerny.html liefert weitere Zahlen und Fakten sowie die noetigen Tools zum Berechnen der zu erwartenen Auswirkungen von Ackermanns Drohung.

Aber lest selbst http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/43.html ist auch die Quelle