PET/CT-Diagnostik auf dem Weg zur Kassenleistung? -Internationale Krebsstudie stellt erstmals Patientennutzen in den Mittelpunkt

Berlin, 07.05.2008. Eine aktuelle amerikanische Studie bewertet die PET/CT-Diagnostik erstmals nach ihrem Nutzen für Krebspatienten statt nach technischen Parametern. Anlässlich des Pressegesprächs am 7. Mai 2008 in Berlin diskutierten Vertreter der medizinischen (Prof. Dr. W. Mohnike), der gesundheitspolitischen (E. Hovermann, MdB) und der Kassenseite (Dr. C. Straub, Vorstand Techniker Krankenkasse) über die Studie, Defizite in der Erstattungspolitik der PET/CT-Diagnostik und Lösungsmöglichkeiten.

Erste Ergebnisse der Studie belegen einen großen Nutzen der PET/CT für die Krebsdiagnostik und -therapie unabhängig von der Tumorart. So konnten beispielsweise die Anzahl der beabsichtigten Biopsien reduziert und bei 75 % der Patienten die Therapie auf Grundlage der PET/CT-Diagnose verändert werden. Mit Ausnahme des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses ist die PET/CT bislang in Deutschland keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Durch die neue Herangehensweise (CED-Methode) liefert die Studie schlagkräftige Argumente für eine Aufnahme der High-Tech-Diagnostik in den GKV-Leistungskatalog.
Als Vorreiter für medizinische Innovationen stellt die Techniker Krankenkasse (TK) mithilfe integrierter Versorgungsverträge für Lungen-, Brust- und Lymphdrüsenkrebs ihren Versicherten die PET/CT bereits zur Verfügung. Dr. Christoph Straub, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: „Durch den Vertrag profitieren krebskranke Patienten schon jetzt von der innovativen Medizintechnik und müssen nicht erst auf einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) warten.“
„Diese Verträge dienen als Überbrückungslösung bis zu einer Entscheidung des G-BA“, so Prof. Mohnike vom Diagnostisch Therapeutischen Zentrum. „Krebspatienten können nicht warten. Sie brauchen eine zuverlässige und präzise Diagnostik, mit deren Hilfe Therapien optimiert werden können. Die PET/CT ist die derzeit sicherste Diagnosemethode.“
Auch die Gesundheitspolitik setzt sich verstärkt mit den dringenden Fragen der raschen Einführung von Innovationen in die GKV auseinander. Eike Hovermann, Mitglied des Gesundheitsausschusses, sieht in der PET/CT eine Möglichkeit, „die Behandlungsqualität zu steigern, Doppelbehandlungen zu vermeiden und Kosten zu sparen.“ Aus diesem Grund stehe er einer Ausweitung der ambulanten PET/CT-Diagnostik über die Diagnose Lungenkrebs hinaus auf andere Krankheitsbilder – aufgrund der positiven Erfahrungen im europäischen Ausland, aber auch unter der Prämisse „ambulant vor stationär“ – positiv gegenüber.

Hintergrundinformationen:
PET/CT: Die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) als derzeit einziges molekulares Bildgebungsverfahren erkennt das Krebsgewebe aufgrund eines gesteigerten Stoffwechsels der kranken Zellen. Die CT (Computer-Tomographie) zeichnet eine genaue anatomische 3D-Landkarte des Körpers. Durch die Kombination beider bildgebender Verfahren kann der Tumor eindeutig lokalisiert werden. Neue PET/CT-Geräte ermöglichen auch die Darstellung der Herzkranzgefäße ohne Katheter.
CED: Die aktuelle amerikanische Studie der Centers for Medicare und Medicaid Services (CMS) bewertet innovative Medizintechnik nach der neuartigen CED-Methode (Coverage with Evidence Development). Hierbei steht nicht die Leistungsfähigkeit der Methode, sondern die klinische Bedeutung für den Patienten (z.B. Therapiewechsel) im Mittelpunkt. Durch die Anwendung des CED-Modells konnte der Versorgungsalltag der Patienten sowie die Studienlage für PET/CT erheblich verbessert werden.

Fotos des PET/CT-Geräts sowie Untersuchungsbilder können Sie unter folgendem Link downloaden: http://www.multipliziert.de/pressebilder.php

Kontakt bei Nachfragen:
Sabine Thürk
multipliziert.
Tel. 0179 6665827
s.thuerk@multipliziert.de

Marcus Dräger
Techniker Krankenkasse LV Berlin-Brandenburg
Tel. 030 24547-511
marcus.draeger@tk-online.de


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