Leistung soll sich richtig lohnen – Führungskräfte sind mehrheitlich für erfolgsbezogene Vergütung

Von Ansgar Lange

Bonn/Köln – Leistung muss sich lohnen. Dieser Meinung sind Deutschland Top-Manager, die sich mehrheitlich für eine Vergütung nach Erfolg aussprechen. Wie der aktuelle Handelsblatt-Monitor http://www.handelsblatt.de belegt, fordern 71 Prozent der Führungskräfte, dass die Vergütung mehr variable Bestandteile haben soll. Nur drei Prozent votieren für eine ausschließlich feststehende Bezahlung. Insgesamt halten die Top-Entscheider aus der Wirtschaft ihre Bezahlung für angemessen – rund 68 Prozent der Befragten sehen das so. Es fällt auf, dass vor allem die Manager großer Konzerne dahin tendieren, die Bezahlung als „viel zu niedrig“ zu deklarieren. Führungspersonal aus kleineren und mittleren Unternehmen halten die Bezüge hingegen für „viel zu hoch“ oder „zu hoch“.

Rund 30 Prozent der Managerbezüge in Deutschland werden inzwischen nach erfolgsabhängigen Kriterien festgelegt, so die Personalberatung Kienbaum http://www.kienbaum.de. Bei großen Unternehmen machen die Variablen mittlerweile bis zu 70 Prozent der Gesamtvergütung aus. Experten sehen dennoch immer noch Nachholbedarf in Sachen erfolgsabhängiger Bezahlung bei vielen deutschen Unternehmen. Die Unterschiede in Art und Höhe der variablen Bezahlung zwischen den Firmen würden durch die steigende Zahl von Übernahmen und Fusionen immer deutlicher, schreibt das Handelsblatt. Daher prallten bei der Integration von Firmen die verschiedenen Vergütungssysteme oft direkt aufeinander.

„Die Vergütungspolitik der Wirtschaft befindet sich in einem starken Umbruch“, sagt Marc Emde, Geschäftsführer der Kirch Personalberatung http://www.kirchconsult.de in Köln. „Mit der wachsenden Erkenntnis, dass Mitarbeiter nicht primär Kostenverursacher, sondern Gewinnproduzenten und Garanten der Zielrichtung des Unternehmens sind, wandelt sich die Vergütung vom Kostenfaktor zum Führungsinstrument. Variable Vergütung ist also nicht nur ein Thema für die Führungskräfte, sondern sollte insgesamt stärker Eingang in die Unternehmen finden.“


08.11.2006: